Let's talk about Porn
- Laila Schläfli

- vor 7 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen

...denn um Pornos ranken sich viele Mythen.
Zeit für einen Fakten-Check:
1. Pornos sind fiktionale Filme für Erwachsene, keine Dokumentationen! Es geht um Inhalte, die erregen, ekeln, ängstigen, überraschen....generell etwas auslösen in uns, wie «andere» Filme ja auch: Wer gerne Horrormovies schaut, mag den Nervenkitzel – möchte das jedoch nicht wirklich erleben. Genauso verhält es sich mit Pornos: Es sind filmisch dargestellte Fantasien. Die können erregend sein, was aber keinesfalls heisst, dass das in echt erlebt werden möchte. Stichwort: Vergewaltigungssex, Tentakelsex, ....
2. Eben weil es Spielfilme sind, arbeiten auch Pornos mit Tricks: Es werden Handlungen ausgelassen oder geschnitten – wie in «anderen» Filmen ja auch. Oder habt Ihr in «Sex and the City» je gesehen, wie lange Carrie Bradshaw braucht, um sich anzuziehen? Warum wachen die meisten Darsteller*innen schon geschminkt auf? Warum haben sie stets eine top Figur, aber wir sehen sie kaum je Sport machen? Speaking of «Körper»....
3. ...Pornos wird oft vorgeworfen, ein unrealistisches Körperbild zu vermitteln. Das tun sie vielleicht – herkömmliche Film aber noch mehr. Denn die Vielfalt an gezeigten Körpern im Porno ist tatsächlich grösser als in nicht-pornografischen Filmen. Man sieht in Pornos also eine grössere Bandbreite an Körpern! Wer hätte das gedacht?
4. Klar steckt in konventionellen Pornoproduktionen noch viel Sexismus – aber dies gilt grundsätzlich für die Strukturen der Filmindustrie. Stichwort: Bechdel-Test, Epstein, ...
5. Viele Vorurteile beruhen auf Geschlechterstereotypen, die noch immer in unseren Köpfen stecken. Oder was denkst du bei einer Szene mit einer Frau und 5 Männern: die arme Frau? Und bei einer Szene mit einem Mann und 5 Frauen: Jackpot für den Typ? Dasselbe bei einem Mann, der Pornodarsteller ist, vs. eine Frau, die Pornodarstellerin ist: geiler Typ vs. arme Sau? Wenn wir so denken, sprechen wir der Frau die Mündigkeit ab und die Lust an Sex – die wir aber dem Mann zuschreiben. In Bezug auf Lieblings-Pornokategorien unterscheiden sich die Geschlechter nämlich kaum....
6. Pornosucht gibt es, aber viel seltener als angenommen. Viele Menschen (es sind meistens Männer) bezeichnen sich selbst als pornosüchtig, aber vor allem auch, weil sie Pornos kognitiv verurteilen und deshalb härter mit sich ins Gericht gehen. Und btw: bei allen anderen Süchten verurteilen wir auch das Verhalten und nicht «den Stoff» (z.B. Sportsucht) – warum aber bei Pornos?
7. Wir müssen aufhören von «Porno» zu sprechen, wenn sexualisierte Gewalt gezeigt wird. Was nicht einvernehmlich gefilmt und hochgeladen wurde, ist kein Porno, sondern Gewalt und offiziell eine Straftat.
Quelle: Dieser Fakten-Mythen-Check basiert auf Madita Oemings Buch «Porno - eine unverschämte Analyse».




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